bigideas projectfirefly michaeljfox unisg sigma

Investor Relations 3.0: Social Media und Mobile Apps für regulierte Industrien

facebook_pills

  posted by 01 September 2011

Sowohl Social Media, als auch mobile Plattformen wie Smartphones oder Tablet PCs haben sich seit geraumer Zeit einen Platz in der Reihe der modernen Kommunikationstools gesichert. Nicht nur für die zwischenmenschlichte Kommunikation schaffen diese Geräte einen erheblichen Mehrwert, auch Unternehmen haben erkannt, dass sich diese Medien gut zum Informationsaustausch verwenden lassen.

Sie bieten im Gegensatz zu klassischen Medien den Vorteil, interaktiv, zeitnah und zielgerichtet zu sein und bieten den angesprochenen die Möglichkeit sich am Kommunikationsprozess durch Feedback zu beteiligen. Für börsenkotierte Firmen ist Social Media sowohl eine Herausforderung, als auch eine Opportunität, auf jedenfall ist sie in Zukunft notwendig und darf nicht ignoriert werden. Der gesellschaftliche Wandel im Nutzungsverhalten von Technologien ist unübersehbar: 3G, der Standard für mobile Internetverbindungen, erreicht 20% der Weltbevölkerung, Smartphones und Tablet PCs werden in grösseren Stückzahlen verkauft als herkömmliche Computer. Mehr als 25% der Suchresultate, welche bei der Suche nach wichtigen Markennahmen entstehen, wurden durch unabähngige Privatpersonen generiert und sind somit inhaltlich weder kontrollier- noch verifizierbar.

Die Herausforderung, sich an diesem konstanten Dialog zu beteiligen, ist für viele Konzerne gross.Schon lange werden Geschäftsberichte von Unternehmen mit grossem Aufwand gestaltet. In jüngster Zeit werden viele Geschäfte auch interaktiv gestaltet und für mobile Geräte wie das iPad zugeschnitten.In Zukunft werden mobile Applikationen ideale Plattformen für Unternehmen sein, um zeitnah mit ihren wichtigsten Investoren zu kommunizieren.

Durch Social Media erwarten die Nutzer nun, Informationen kommentieren und weitergeben zu können. Der Druck dieser Anforderungen ist gross und Firmen können diese nur mit gemischtem Erfolg erfüllen. Während es nun leichter ist, negative und falsche Information zu verbreiten, sind die möglichkeiten für Firmen, bezüglich diesen Informationen Stellung zu nehmen, sehr limitiert, weil sie sich auf traditionelle Kommunikationswege wie Pressemeldungen oder Interviews beschränken.

Schwer haben es Betriebe, welche in regulierten Industrien wie dem Banking. Sie laufen Gefahr, in Konflikt mit dem Regulator zu kommen, wenn die veröffentlichte Information nicht gewissen Auflagen entspricht und die Auflagen sind schwer durchzusetzen, da unzählige Privatpersonen und Mitarbeiter für den Inhalt auf Social Media Plattformen verantwortlich sind, welche sich nur mit grossem Aufwand lückenlos kontrollieren lassen.

Aber auch hier wagen einige vorsichtige Gehversuche. So hat zum Beispiel Morgan Stanley 600 Brokern erlaubt, unter Aufsicht und gewissen Vorgaben Twitter und LinkedIn zu nutzen; hat das Pilotprojekt Erfolg, soll die Erlaubnis auf mehrere tausend Mitarbeiter ausgedehnt werden. Die preisgegebene Information wird vom US-Regulator FINRA als Werbung klassifiziert und hat

somit deren Vorgaben bezüglich Social Media zu erfüllen, welche im Jahre 2010 herausgegeben wurden, doch da die Information weltweit abrufbar ist, muss sie gleichzeitig auch den Vorgaben anderer Regulierungsbehörten standhalten, in denen die Bank aktiv ist. Um diese Richtlinien zu erfüllen kontrolliert Morgan Stanley den auf Twitter und LinkedIn veröffentlichten Inhalt vor der Publikation, zeichnet ihn auf und speichert ihn für drei Jahre. Ebenfalls bestehen gewisse Verhaltensregeln. Auf LinkedIn zum Beispiel dürfen Broker nicht mit beliebigen Personen in Verbindung treten oder sich und andere Personen weiterempfehlen.

Der Gebrauch von Apps auf Smartphones und Tablet PCs vermacht Grosskonzernen die Möglichkeit, mit den loyalsten Investoren in einen direkten Dialog zu treten. Pioniere wie Nestlé und Shell haben begonnen, ihre Applications mit einer Kombination von Geschäftsbericht, Pressemeldungen und Börsendaten auszustatten.

Diese ersten Gehversuche zeigen die unzähligen, unausgeschöpften Möglichkeiten auf, in Echtzeit auf Nachrichten und Ereignisse zu reagieren. Firmen unternehmen oft einen grossen Effort, um ihre Marke in der Welt der Sozialen Medien mit einem guten Image zu versehen und regieren aktiv auf Vorfälle, die ihren Aktienpreis beeinflussen könnten. Mobile Apps ermöglichen ihnen dies auf eine attraktive Weise.

PDF hier herunterladen